Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aufgrund der Entwicklung der Pandemie werden die Balintgruppen von mir nur digital angeboten werden. Mittlerweile haben wir gute Erfahrungen auch mit der digitalen Version der Balintgruppen. Die bisherigen Termine bleiben bestehen. Wenn Sie sich anmelden, werden Sie einen Zoomlink von mir per Mail erhalten.

Besonders hinweisen möchte ich Sie auf die digitale Präsentation des neuen Buches: Die Hausarztpraxis von morgen – Komplexe Anforderungen erfolgreich bewältigen – Ein Handbuch, das jetzt im Kohlhammer Verlag erschienen ist. Die digitale Präsentation über Zoom hat am 12. Februar stattgefunden.

Einige Bemerkungen zur Pandemie: Ärztinnen und Ärzte sind in der Situation der Pandemie vielfältig belastet. Zu Ihrer Selbstfürsorge möchte ich Ihnen an dieser Stelle nochmals in Erinnerung rufen, was auch aus der Therapie belasteter Patienten sich als sinnvoll herausgestellt hat:

  • Reden Sie mit anderen - aber nicht den ganzen Tag über dieses Thema!
  • Praktizieren Sie ein Entspannungsverfahren!
  • Gönnen Sie sich jeden Tag etwas Gutes und pflegen Sie besonders die Beziehungen, die Ihnen gut tun!

Wir wissen, dass Beziehungen heilen. Zum einen erfahren bestimmte Berufsgruppen eine Wertschätzung, die bisher die ihnen zustehende Anerkennung nicht erhalten haben; und insgesamt erfährt der Egoismus und die Konzentration auf das Subjektive eine Ächtung. Stattdessen wird das Gemeinsame betont. Das ist eine gute Entwicklung. Andererseits wird durch Kontaktsperre und die Arbeitsweise in der Primärversorgung die Wirkung von Beziehung teilweise außer Kraft gesetzt. Wir Ärztinnen und Ärzte sehen, dass die digitale Welt leichter für uns zu nutzen ist, als wir es bisher gedacht haben. Das ist eine gute Entwicklung. Dennoch bleibt mehr denn je bestehen, dass die persönliche Patient Arzt Beziehung ein wichtiges Werkzeug der Heilung ist und Ressource ist, die dem Gesundheitswesen zur Verfügung steht. Wenn wir dies unter dem Eindruck der Akutversorgung aus dem Blick verlieren, wird das zukünftig gravierende Folgenhaben. Wenn wir über Folgen dieser Krise für die Zukunft schon Gedanken aufwenden, dann sollte

  • neben der Stärkung des Gemeinwohlgedankens aller Institutionen der Versorgung,
  • neben der Erkenntnis, dass der Markt nicht eine gute Gesundheitsversorgung für alle gewährleisten kann,
  • der Stärkung eines kommunalen Gesundheitswesens,
  • der Stärkung multiprofessioneller Teams auch
  • die Stärkung einer Beziehungsmedizin in den Blickpunkt rücken.

In einem Gesundheitswesen, dass die Krankenhäuser und die Gebietsmedizin bisher betont, fällt die hausärztliche Versorgung aus dem öffentlichen Blick und den Medien heraus. Die Pandemie Covid-19 ist ein Beispiel für eine komplexe Erkrankung. Jede komplexe Situation erfordert Kooperation. Nur Kooperation kann in dieser Situation helfen, welche Formen auch immer für diese Kooperation gefunden werden.Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die nächste Zeit!Ihre Iris Vei

Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die nächste Zeit!

Ihre Iris Veit